Beiträge von bhkw-infozentrum

    Die Stromsteuer fällt bei KWK-Anlagen mit mehr als 2.000 kW elektrischer Bruttoleistung an einem Standort immer dann an, wenn der Strom an Letztverbraucher geliefert oder selbst genutzt wird.


    Für die eingesetzte Energie (Biomethan wie Erdgas) muss energiesteuerrechtlich ein Antrag nach § 53 EnergieStG gestellt werden - NICHT nach § 53a EnergieStG.

    Nachweise wie Hocheffizienz, 70% Nutzungsgrad sowie Abschreibung sind nicht zu erbringen.

    Aber Vorsicht:
    Das gilt nur für KWK-Anlagen mit einer elektrischen Bruttoleistung über 2 MW.
    Stromverkauf an den Netzbetreiber ist aber - als Ausnahme und zeitlich befristet - nur für Betreiber von KWK-Anlagen bis 2 MW zum üblichen Preis (KWK-Index) vorgesehen! Netzbetreiber dürfen nur in Ausnahmefällen Strom abnehmen - wir haben in Deutschland eine Trennung zwischen Stromerzeugung und Stromverteilung (Unbundling).

    Grundsätzlich ist bei Unklarheiten immer eine Klärung des Sachverhaltes mit dem BAFA anzustreben.


    Jedoch legt die Schilderung der telefonischen Abklärung nahe, dass hier aneinander vorbei geredet wurde. Das BAFA scheint sich auf den kostenvergleichenden Neuanlagenbegriff des Modernisierungstatbestandes bezogen haben.

    Es spricht aber vieles dafür, dass dieser überhaupt nicht zur Anwendung kommt, da es sich um eine Ersetzung eines defekten Kompaktmoduls durch eine Neuanlage handelt.

    Prinzipiell raten wir bei unklaren Verhältnissen aber immer zu einer konkreten Klärung durch einen juristischen Beistand. Dieser benötigt dann eine klare und allumfassende Schilderung des konkreten Falles.

    Es existieren eigentlich drei grundsätzliche Möglichkeiten im KWK-Gesetz, wenn eine KWK-Anlage bereits existiert.

    Instandsetzung

    Bei einer Instandsetzung bleiben Teile der Bestandsanlage erhalten und es wird die KWK-Anlage repariert. Die Im KWK-Gesetz enthaltenen Bedingungen für eine Modernisierung (siehe übernächstes Kapitel) werden durch eine einfach Instandsetzung oder Generalrevision normaler Weise nicht erfüllt.
    In diesem Fall erhält die KWK-Anlage nach der Reparatur die (ggf. noch existierenden) KWK-Zuschläge der Altanlage.

    Ersetzung

    Das Kompaktmodul wird komplett ersetzt. Dann ist dies - unserer Meinung nach - wie eine Neuanlage zu werten. Demnach gelten die Förderbedingungen aber auch die Förderhöhen und Förderzeiträume des KWK-Gesetzes, welches zum Zeitpunkt der dauerhaften Inbetriebnahme des neuen KWK-Moduls gilt.
    Ggf. existierende Förderansprüche der Altanlage entfallen, da diese nicht mehr existiert - es sei denn, sie wird repariert (Instandsetzung) und z. B. an einem anderen Standort wieder aufgebaut.

    Bei einer Ersetzung kann auch eine KWK-Anlage mit größerer Leistung errichtet werden.
    Es gelten die Förderbedingungen und die Nachweispflichten wie bei einer Neuanlage.

    Modernisierung

    Teile der (defekten) Bestands-KWK-Anlage werden ersetzt und die Bedingungen des KWK-Gesetzes hinsichtlich eines Modernisierungstatbestandes werden erfüllt und nachgewiesen.
    Hierzu gehören u. a. die Karenzzeit (Modernisierungssperre), der Nachweis der anteiligen Modernisierungkosten in Bezug auf den Neupreis einer Anlage (z. B. 25% oder 50%), die Effizienzverbesserung sowie die Erfüllung der Förderbedingungen und Nachweispflichten gemäß KWK-Gesetz bei der Wiederinbetriebnahme.
    Es gelten die Förderbedingungen aber auch die Förderhöhen und Förderzeiträume des KWK-Gesetzes, welches zum Zeitpunkt der dauerhaften Wiederinbetriebnahme des modernisierten KWK-Moduls gilt.
    Ob eine Leistungserhöhung bei einer Modernisierung möglich ist, entzieht sich unser Kenntnis. Wahrscheinlich ist dies eher kritisch zu sehen

    Auswirkungen auf EEG-Umlagebefreiung beachten

    Ersetzungen, Modernisierungen und auch eine Instandsetzung können auch Auswirkungen auf die Höhe der EEG-Umlagepflicht bei Eigenstromverwendung haben. Dies ist vorrangig abhängig von der Tatsache, ob der Generator gewechselt oder erneuert wurde.

    Die Bundesregierung plant, für KWK-Anlagen im Leistungsbereich von über 1 MW bis 10 MW elektrischer Leistung die EEG-Umlage-Reduzierung bei Eigenstromverwendung einzuschränken. Informationen hierzu entnehmen Sie bitte dem Bericht "Kommt die höhere EEG-Umlage für mittelgroße KWK-Anlagen wieder?"


    Wie stehen Sie zu dieser Beschränkung?

    Betrifft es Sie? Welche Auswirkungen hat dies auf die Wirtschaftlichkeit und die Fahrweise Ihrer KWK-Anlagen?
    und...
    Haben Sie mit einer solchen Regelung gerechnet?

    Guten Tag und herzlich willkommen,


    na dann beantworte ich mal Deine Fragen:


    :?:verstehe ich es richtig, dass hocheffiziente KWK-Anlagen über 2 MW mit der Stromsteuer auf eigenverbrauchten Strom belastet werden?

    Ja, so ist es.


    :?:Kann man sich diese Steuer wieder zurückholen?

    Sofern der Strom an produzierendes Gewerbe geliefert wird, kann der Strom steuerlich (teilweise) entlastet werden.


    :?:Kann man sich für diese Anlagen trotzdem die verrichtete Energiesteuer (für Gas) zurückholen?

    Nicht trotzdem - sondern wegen dem Doppelbesteuerungsverbot kann man sich die Energiesteuer ohne Bedingungen (Hocheffizienz, 70% Nutzungsgrad, Abschreibung) auf Antrag zurückerstatten lassen.


    Diese Regelungen gelten für alle Stromerzeugungsanlagen.
    Hocheffiziente KWK wird bis 2 MW elektrischer Leistung präferiert, indem man sowohl die Steuer auf den Input (Brennstoff) als auch auf den Output (Strom) erstattet bekommen kann bzw. davon befreit ist. Dann muss die KWK-Anlage aber bestimmte Bedingungen (Hocheffizienz, 70% Nutzungsgrad, Abschreibung, formale Anmeldung) erfüllen.


    Bei Stromerzeugungsanlagen mit einer elektrischen Bruttoleistung über 2 MW fällt automatisch die Stromsteuerpflicht an - aber wegen dem Doppelbesteuerungsverbot existieren keine Bedingungen für die Entlastung der Energiesteuer.

    Die Leistung eines Verbrennungsmotors reduziert sich mit geringerem Luftdruck und erhöhter Temperatur der verwendeten Zuluft.

    Das sollte eigentlich für einen Studenten eines technischen Fachs leicht nachvollziehbar sein. ;)

    Ein Luft-/Gas-Gemisch mit höherer Temperatur hat automatisch eine größere Ausdehnung - und damit passt in den Zylinder eines Verbrennungsmotors weniger Gemisch hinein und damit auch weniger Methan-Moleküle. Demnach hat der Motor weniger Leistung.

    Das Gleiche gilt bei niedrigerem Luftdruck, wie man es z. B. bei Aufstellung einer BHKW-Anlage im Allgäu oder im Schwarzwald beobachten kann.


    Wie stark sich diese Rahmenbedingungen auf die Leistung auswirken sind motorspezifisch und hängen u. a. davon ab, wie sehr der Motor schon ausgereizt ist und ob es sich z. B. um ein turboaufgeladenen Motor oder einen Saugmotor handelt.

    Unter "hydraulische Einbindung" versteht man die Implementierung des Blockheizkraftwerkes in die Wärmeverteilung des Gesamtsystems. Die vom BHKW bereitgestellte Wärme muss ja aufgenommen (Trägermedium Wasser) und zu den Verbrauchern (Radiatoren, Fußbodenheizung, Lüftungsanlage, Prozesswärme) transportiert werden.

    Probleme treten unter anderem auf

    • wenn die Wärmeleistung nicht abtransportiert werden kann, weil der Wasserdurchsatz (Volumen je Stunde) zu klein oder die Temperaturspreizung zwischen Vorlauf und Rücklauf zu klein ist
    • wenn die Vorlauftemperatur nicht ausreicht, um die Temperaturvorgaben der Heizkreise zu erfüllen (z. B. > 70°C bei der Trinkwarmwasserbereitstellung)
    • wenn das Heizungswasser verschmutzt ist
    • wenn freie Luft im Heizungswasser vorhanden ist
    • wenn kein hydraulischer Abgleich erfolgte und daher die Wärmeversorgung von weit entfernten Verbrauchern nur unzureichend realisiert werden kann
    • wenn es lange dauert, bis die Wärme am Verbraucher ankommt
    • wenn die Fließgeschwindigkeiten zu hoch sind und sich daher z. B. in einem Pufferspeicher keine Schichtung einstellt
    • wenn die Druckverluste in den Leitungen zu hoch sind oder die Heizkreispumpe von der Leistung zu klein ausgelegt wurde

    Stromabnehmer wären wir selbst mit zwei Parteien privat, die Gemeinschaftsanlage und 4 Mietparteien, insgesamt maximal ca. 10.000kWh/Jahr ....

    Das Verhältnis liegt etwa bei 60% Eigennutzung / privat bzw. Allgemeinstrom und 40% Mieter.

    Darf ich diesen zwei Zitaten entnehmen, dass demnach rund 6.000 kWh pro Jahr in "Eigennutzung" und "Allgemeinstrom" - sowie 4.000 kWh bei den Mietparteien genutzt werden könnten?
    Wobei ich "Eigennutzung" anhand der Tatsache, dass von "zwei Parteien" gesprochen wird, eher mal mit einem:?: versehen würde. Bei zwei Parteien wäre ich etwas zurückhaltend, ob das dann wirklich Selbstnutzung im Sinne des EEG ist. Wenn das so wäre, dann wäre in diesem Fall keine EEG-Umlage fällig (KWK-Anlage unter 10 kW bis 10.000 kWh Eigennutzung).
    Die messtechnische Abgrenzung des Allgemeinstroms müsste man sich dann noch mal anschauen - genauso wie die Abgrenzung der Mieterstrommengen.

    Demnach wird aber sehr viel Strom eingespeist, denn ich gehe von einer Laufzeit von rund 4.000 bis 4.500 Vollbenutzungsstunden pro Jahr aus. Mehr als die Hälfte des KWK-Strom würde demnach ins öffentliche Netz eingespeist werden.

    Tendenziell würde ich behaupten, dass der Stromzähler an der KWK-Anlage , der Stromzähler zum Netz sowie an der Eigenstromverwendung und dem Allgemeinstrom viertelstündlich erfasst werden sollte - die Zähler der Mieter können als Arbeitszähler realisiert werden.

    Hallo Stoertebeker,

    diese Regelung wurde vor etlichen Jahren durch das KWK-Gesetz vom EEG übernommen.

    Im KWK-Gesetz ist diese Regelung in den Begriffsbestimmungen in §2 KWKG enthalten.


    In §2 KWKG 2020 Nr. 14 steht weiterhin - und unverändert zum KWKG 2017:

    „KWK-Anlagen“ (sind) Anlagen, in denen Strom und Nutzwärme erzeugt werden; mehrere KWK-Anlagen an einem Standort gelten in Bezug auf die in den §§ 4 bis 8 genannten Leistungsgrenzen für den jeweils zuletzt in Betrieb genommenen Generator als eine KWK-Anlage, soweit sie innerhalb von zwölf aufeinanderfolgenden Kalendermonaten in Dauerbetrieb genommen worden sind"


    Im KWK-Gesetz 2020 hat sich demnach an dieser Regelung nichts geändert - wohl aber an der förderungswürdigen Vollbenutzungsstundenanzahl (nun 30.000 statt 60.000 VBh) und der Höhe der KWK-Zuschlagszahlung (ggü. KWKG 2017 verdoppelt).


    :!:Bitte beachten:!:

    Wir raten grundsätzlich dazu, zwischen der Aufnahme des Dauerbetreibs der ersten KWK-Anlage und der technischen Einbringung/Anlieferung der zweiten KWK-ANlage mind. 365 Tage vergehen zu lassen. Dann ist man auf der ganz sicheren Seite, da hier auf keinen Fall ein "Missbrauch" vorliegen kann.

    Guten Abend

    ein Hocheffizienznachweis sowie eine Nutzungsgrad-Nachweis wird seitens Hauptzollamt benötigt.


    Dabei erlaubt das Energiesteuergesetz beim Nachweis des Nutzungsgrades (mind. 70% für Rückerstattung) eine Fokussierung auf die mechanische Effizienz.
    Die Dienstvorschrift Eigenerzeugung sieht in solchen Fällen eine Umrechnung der elektrischen Energie auf die mechanische Energie vor. Wörtlich heisst es:

    Energiesteuerrechtliche Behandlung von Energieerzeugungsanlagen (DV Energieerzeugung) – Punkt 67

    „Die genutzte mechanische Energie an der Welle der Kraftmaschine, z. B. Verbrennungsmotor, Gasturbine, Dampfturbine bzw. Dampfmotor, ist für die Ermittlung des Nutzungsgrades maßgebend. Wird bei Anlagen mit Stromerzeugung hilfsweise die an den Generatorklemmen (Hilfsmesspunkt) gemessene Strommenge zur Ermittlung der genutzten mechanischen Energie herangezogen, so sind die Generatorverluste der gemessenen Strommenge hinzuzurechnen... (es) können bis zu fünf Prozent der zum Antrieb des Stromgenerators eingesetzten Kraft als Verlust anerkannt werden.“


    Demnach kann wahrscheinlich im Umkehrschluss auch bei der Umrechnung der vorhandenen mechanischen Leistung gemäß technischem Datenblatt auf die elektrische Leistung durch Abzug dieser 5% reagiert werden. Mit dieser elektrischen Leistung kann man dann den Hocheffizienznachweis erstellen, wobei der Korrekturfaktor für die Mittelspannungsebene bei 266 kW elektrischer Leistung veranschlagt werden sollte, um einen zu geringen Abzug (Niederspannung) zu vermeiden.

    Dieser Berechnungsvorschlag sollte im Vorfeld mit dem Hauptzollamt abgeklärt werden.
    Wir freuen uns über eine Rückmeldung, ob es so akzeptiert wurde - und es sei darauf hingewiesen, dass dies keine steuerrechtliche Beratung darstellt sondern nur ein - vom HZA oder einem Steuerfachanwalt zu verifizierender - Gedanke. :-)